Wenn das Licht ausgeht: Notstrom als Lebensader für Feuerwehr, Rettungsdienste und Kritis
Kleinostheim, 10. August 2026 – Ein Stromausfall in Deutschland gehört längst nicht mehr in die Kategorie „theoretisches Risiko“. Am 3. Januar 2026 zerstörte ein mutmaßlicher Brandanschlag an einer Kabelbrücke am Teltowkanal beim Heizkraftwerk Lichterfelde fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel im Südwesten Berlins. Rund 45.000 bis 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe in Steglitz-Zehlendorf waren tagelang ohne Strom und Heizung. Vier Krankenhäuser schalteten auf Notstrom um, Mobilfunknetze und der Notruf 112 fielen zeitweise teilweise aus, Fernwärme und Signaltechnik der Bahn waren beeinträchtigt. Das THW mobilisierte 119 Einsatzkräfte aus 19 Ortsverbänden, richtete Wärmestuben und Notunterkünfte ein und sicherte die Stromversorgung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit. Erst am 8./9. Januar war die Lage vollständig stabilisiert.
Kein Einzelfall: Die deutsche Stromausfall-Serie 2026
Berlin war 2026 kein Ausreißer, sondern der Auftakt einer ganzen Reihe von Stromausfällen in Deutschland. In der Nacht auf den 8. Juni 2026 legte ein Brand im Umspannwerk Reutlingen-West – die Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung mit möglichem politischem Hintergrund aus – die Stromversorgung für rund 30.000 Menschen in Reutlingen, Wannweil und Kirchentellinsfurt teilweise lahm; am Mittag des Folgetags waren noch immer 7.600 Haushalte ohne Strom. DRK und Malteser Hilfsdienst richteten Notfalltreffpunkte zum Aufladen von Handys und Erwärmen von Babynahrung ein, im Zentrum für Bevölkerungsschutz Pfullingen wurde ein eigener Einsatzstab eingerichtet. Nur wenige Monate zuvor, am 22. Februar 2026, hatte bereits ein Trafo-Brand in der Tübinger Herrenberger Straße 773 Gebäude in Altstadt, Weststadt und am Schlossberg vom Netz getrennt – mit eingeschlossenen Aufzügen, ausgefallenen Ampeln und der Folge mehrerer Verkehrsunfälle; am selben Tag fiel zusätzlich im Schwarzwald-Baar-Kreis großflächig der Strom aus. Ob Anschlag, mutmaßliche Brandstiftung oder technischer Defekt: Die Ursachen unterscheiden sich – das Muster nicht. Immer waren es am Ende Feuerwehren, Rettungsdienste, Kliniken und Hilfsorganisationen, die die Versorgungslücke überbrücken mussten.
Auch europäisch reiht sich diese Entwicklung ein: Bereits im April 2025 brach auf der Iberischen Halbinsel binnen Minuten das Stromnetz zusammen, Millionen Menschen in Spanien, Portugal, Teilen Südfrankreichs und Marokko waren teils über zehn Stunden ohne Strom. Verglichen mit der Häufung von Vorfällen in Deutschland im Jahr 2026 zeigt sich jedoch: Das Risiko ist längst im eigenen Land angekommen.
BBK: 72 Stunden Autarkie als Maßstab
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stuft einen großflächigen, lang andauernden Blackout weiterhin als unwahrscheinlich, aber plausibel ein. Zwar zählt das deutsche Stromnetz mit rund 12,8 Minuten mittlerer Ausfallzeit pro Jahr und Verbraucher zu den zuverlässigsten weltweit – doch schon eine Bundestags-Studie aus dem Jahr 2010 kam zu dem Schluss, dass ein flächendeckender, länger andauernder Stromausfall die Folgen einer nationalen Katastrophe hätte. Das BBK empfiehlt Betreibern kritischer Infrastrukturen deshalb, ihre Notstromversorgung so auszulegen, dass sie mindestens 72 Stunden autark – ohne externe Nachtankung – funktioniert, ergänzt durch Redundanzen und, auf kommunaler Ebene, durch die Fähigkeit zur Bildung von Insellösungen.
Ein Flickenteppich bei der Krisenvorsorge
Wie unterschiedlich Länder und Kommunen diese Empfehlung bislang umsetzen, zeigt eine aktuelle Recherche zu den Notfallplänen der Bundesländer: Bayern rüstet alle 96 Kreisverwaltungsbehörden mit mobilen Notstromaggregaten aus, Hessen hat seit 2008 über 100 Millionen Euro in den Katastrophenschutz investiert, Nordrhein-Westfalen fast 80 Millionen Euro allein in die Notstromausstattung von Krankenhäusern, Schleswig-Holstein stellt je zwei Aggregate pro Kreis bereit. Der Bund selbst plant für die Jahre 2025 bis 2029 eine nationale Notstromreserve mit 50 Millionen Euro. Mehrere andere Länder machen dagegen unter Verweis auf Sicherheitsbedenken keine oder nur unvollständige Angaben. Das Ergebnis: ein Flickenteppich ohne einheitlichen Standard – und damit ein sehr unterschiedliches Schutzniveau für Einsatzkräfte und Bevölkerung, je nachdem, wo man lebt.
Dresden als Blaupause – ein Jahr später
Genau vor diesem Hintergrund wirkt der Schritt, den die Landeshauptstadt Dresden bereits im Herbst 2025 gegangen ist, wie eine Blaupause. Gemeinsam mit BGG Deutschland hat die Stadt sieben mobile Notstromaggregate GX50K-V 46 mit je 50 KW Leistung und mindestens zwölf Stunden Betriebsdauer pro Tankfüllung in Dienst gestellt. Sie sichern die Einsatzbereitschaft der Branddirektion mit Integrierter Regionalleitstelle, der fünf Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr sowie weiterer acht Rettungswachen und acht Stadtteilfeuerwehren ab – ergänzt durch fünf besonders vorbereitete Tankstellen, die auch bei einem Netzausfall die Kraftstoffversorgung für Einsatzfahrzeuge und weitere Notstromaggregate, etwa in Krankenhäusern, aufrechthalten können. Die Stadt investierte dafür aus eigenen Haushaltsmitteln; über den Einsatzort im Ereignisfall entscheiden die Technische Einsatzleitung oder die Feuerwehreinsatzleitung.
„Berlin, Reutlingen und Tübingen haben allein in den ersten Monaten des Jahres 2026 gezeigt, dass ein Blackout in Deutschland längst keine theoretische Größe mehr ist. Kommunen wie Dresden, die frühzeitig in mobile und stationäre Notstromlösungen investiert haben, sind heute klar im Vorteil – sie können Feuerwehr, Rettungsdienste und kritische Infrastruktur auch dann handlungsfähig halten, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Genau das muss der Anspruch für jede Kommune in Deutschland sein“ – Michael Kleesattel, Geschäftsführer BGG Deutschland
Handlungsappell an Kommunen, BOS und KRITIS-Betreiber
Für die Verantwortlichen in Kommunen, Feuerwehren, Rettungsdiensten und bei Betreibern kritischer Infrastrukturen leitet sich daraus ein klarer Auftrag ab: Notstromvorsorge darf kein nachrangiges Beschaffungsthema mehr sein, sondern muss – analog zu den BBK-Empfehlungen – als Teil der Grundausstattung geplant, budgetiert und regelmäßig geübt werden. Wer erst nach dem ersten eigenen Blackout mit der Planung beginnt, verliert wertvolle Zeit, die im Ernstfall über Menschenleben entscheiden kann.
BGG Deutschland auf der FLORIAN 2026 in Dresden
Vom 8. bis 10. Oktober 2026 präsentiert BGG Deutschland auf der FLORIAN – der Fachmesse für Feuerwehr, Zivil- und Katastrophenschutz – in Dresden Lösungen für die mobile und stationäre Stromversorgung von Einsatzkräften und kritischer Infrastruktur. Angesichts der Fachforen zu Gefahrstoffmanagement, Katastrophen und Sonderlagen sowie Einsätzen mit Elektrofahrzeugen und Lithium-Speichersystemen trifft das Thema Notstrom auf der Messe genau die aktuellen Herausforderungen der Branche. Besucher finden BGG Deutschland in Halle 1, Stand F1.
Über die BGG Group
BGG Deutschland GmbH ist eine Niederlassung der italienischen BGG Group mit Sitz in Grottaminarda. Die BGG Group ist ein international führendes Unternehmen im Bereich Notstrom-, Energie- und Versorgungslösungen – Made in EU. Mit langjähriger Erfahrung unterstützt die Unternehmensgruppe mit ihren Niederlassungen in Deutschland, UK und den USA und Australien öffentliche und private Institutionen und Unternehmen weltweit bei der Sicherstellung ihrer Energie- und Betriebssicherheit.
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